REMUS-Konzept

Konzept zur Krankheitsbewältigung

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REMUS - Ressourcen aktivieren, Eigenverantwortung stärken - Ein interaktives Selbstmanagement-Programm für junge und neu erkrankte Patienten mit Multipler Sklerose

Bei der Multiplen Sklerose handelt es sich um eine Erkrankung, die bereits im jungen Erwachsenenalter zu einer bleibenden Behinderung führen kann. Der Krankheitsbeginn liegt dabei am häufigsten zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Bedingt durch das frühe Erkrankungsalter und die Ungewissheit des weiteren Krankheitsverlaufs, treten neben den motorischen Beeinträchtigungen vielfältige psychische und soziale Probleme auf, die im Laufe der weiteren Behandlung mit berücksichtigt werden müssen.

Mit seinem speziell für junge und neu erkrankte MS-Patienten entwickelten Programm REMUS möchte der Quellenhof einen wesentlichen Beitrag zur Minderung der Krankheitsfolgen leisten. Durch strukturierte Schulungsangebote und Beratungen sollen Patienten frühzeitig auf zu erwartende Schwierigkeiten vorbereitet werden, um langfristig eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten.

Ziel der Schulung ist es, eine Verbesserung der Krankheitsbewältigung zu ermöglichen. Angestrebt wird die größtmögliche Autonomie des Patienten. Dieser soll so beraten werden, dass er in der Lage ist, seine Therapie aktiv mit zu gestalten und eigene Therapieentscheidungen selbst treffen zu können (Aktivität versus Passivität).

Um einen möglichst guten Transfer in den Alltag zu gewährleisten, beinhalten die Schulungen Informationsveranstaltungen, die durch Eigenerfahrung in Gesprächs- und Arbeitsgruppen mit Hilfe von praktischen Übungen ergänzt werden.

Die wichtigsten Informationen zum Programm im Überblick:

Zeitrahmen

Das dreiwöchige Programm ist in den Rahmen der stationären Therapie integriert bzw. ergänzt diese.

Zielgruppe

Personen, die sich akut mit ihrer Erkrankung auseinander setzen müssen:

  • d. h. Personen, bei denen erst kürzlich die Diagnose MS gestellt wurde oder die
  • krankheitsbedingte Verluste erleiden, die eine Anpassung an eine veränderte Lebenssituation oder die Auseinandersetzung mit der Erkrankung erforderlich machen
Behandlungsziele
  • Stärkung der Eigenverantwortung / Autonomie / Compliance
  • Informationsvermittlung
  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • Ressourcenaktivierung vs. Defizitorientierung
  • Depressionsprophylaxe bei Patienten und Angehörigen
  • Vermeidung psychischer Fehlanpassungen und daraus resultierender Funktionsstörungen
Inhaltlicher Aufbau
  • Vorträge zu medizinischen / therapeutischen Themen
  • Themenbezogene Gesprächs- und Arbeitsgruppen
  • Arbeitsunterlagen / Informationsblätter
  • Angehörigenberatung 
Vortragsthemen
  • Diagnose, Krankheitsverlauf und Prognose der MS
  • Immunmodulatorische Behandlung der MS
  • Symptomatische Therapie der MSStress und MS,
  • Stressbe-wältigung
  • Immunsystem und Psyche
  • Gesundheitsbewusstes Verhalten
  • Physiotherapie bei MS
  • Soziale Aspekte, Schwerbehindertenausweis und Arbeitsrecht
  • Umgang mit Inkontinenz 
Arbeitsgruppen
  • Gelenkschutz und kraftschonendes Verhalten
  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
  • Hilfsmittelberatung
  • Beckenbodentraining
Inhalte der Gesprächsgruppen
  • Leistungsorientierung - Körperbewusstsein
  • Neubewertung / Neuorientierung
  • Umgang mit negativen Gefühlen
  • Problembewusstsein für Sorgen der Angehörigen schaffen
  • subjektive Krankheitsmodelle
  • Beziehungen: Aufbau, Erhalt, Pflege
  • Kommunikation ("richtig miteinander reden")