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Medizin in stilvollem Ambiente
Qualität und Zertifikate

Quellenhof ist "Geprüfte Klinik" für die Rehabilitation bei Post Polio Syndrom

Als eine der ersten neurologischen Kliniken bzw. Abteilungen in Deutschland erhielt der Quellenhof das Zertifikat "Geprüfte Klinik" zur Behandlung von Patienten mit Post-Polio-Syndrom, das vom Bundesverband Poliomyelitis e.V. vergeben wird. Die Anerkennung als vom Bundesverband empfohlene Fachklinik erfolgte nach Prüfung strenger Kriterien hinsichtlich Strukturqualität, Prozessqualität und Qualifikation des Ärztlichen Leiters/Personals. Ulrike Jarolimeck, Mitglied im Vorstand des Bundesverbands Poliomyelitis e.V., überreichte am 19.01.2009 Chefarzt PD Dr. Peter Flachenecker den Qualitätsnachweis, der für die Dauer von drei Jahren vergeben wird.

Die Kriterien, die vor der Zertifizierung einer Rehabilitationsklinik geprüft werden, wurden vom medizinisch wissenschaftlichen Beirat des Bundesverbands Poliomyelitis e.V. erarbeitet. Gemäß der geltenden Sozialgesetzgebung, die Vorgaben für ein internes Qualitätsmanagement für Kliniken macht, berücksichtigen die Prüfkriterien folgende Bereiche:

  • Strukturqualität
  • Prozessqualität
  • Qualifikation des Ärztlichen Leiters/Personals

Im Einzelnen bedeutet dies, dass sehr umfassende und weitreichende Voraussetzungen für die Vergabe des Zertifikats "Geprüfte Klinik" dauerhaft gegeben sein müssen. Die Kliniken werden von zwei Personen begutachtet: ein Arzt bzw. eine Ärztin und ein Patient besuchen die Einrichtung und prüfen nach den oben genannten Kriterien. Der Patientenvertreter berücksichtigt insbesondere die speziellen Anforderungen der Barrierefreiheit in Anlehnung an die einschlägigen Normen.

Der Quellenhof erfüllt als neurologische Fachklinik alle Kriterien. Jährlich werden etwa 1500 Patienten behandelt, davon etwa 60 bis 70 Patienten mit Post-Polio-Syndrom. Die gesamte Einrichtung ist Behinderten gerecht ausgestattet mit besonderem Augenmerk auf die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern. Es gibt eine eigene Rollstuhlabteilung mit einem Fachübungsleiter Rehabilitationssport Neurologie.

Die jeweilige fachliche Spezialisierung des Ärzte-, Pflege- und Therapeuten-Teams ermöglicht auf Patienten mit Post Polio Syndrom zugeschnittene Therapieangebote und Abläufe. Dabei wird das individuelle Leistungsvermögen der Betroffenen eingehend berücksichtigt.
Die leitenden Ärzte und Therapeuten bilden sich fachlich kontinuierlich weiter und sind bei internen sowie externen Fortbildungen als Referenten aktiv.

Im Folgenden können Sie die wesentlichen Kriterien des medizinisch wissenschaftlichen Beirats des Bundesverbands Poliomyelitis e.V. nachlesen. Den Download des Gesamttextes, weitere Informationen und Kontaktadressen zu Selbsthilfegruppen finden Sie unter www.polio.sh.

Voraussetzungen für die Vergabe des Zertifikats "Geprüfte Klinik"

Strukturqualität:

Die Klinik sollte mindestens 10 Betten/Plätze für die spezielle der Betreuung von PPS-Patienten vorhalten. Aufgrund der spezifischen Erfordernisse, wie häufiger Gebrauch von Hilfsmitteln, z. B. Rollstühlen, sind diese Einrichtungen angemessen ausgestattet. Pro Jahr sollten mindestens 50 dokumentierte Fälle behandelt werden. Neben dem ärztlichen und pflegerischen Dienst stehen folgende Bereiche zur Verfügung:

  • Krankengymnastik (Personalzahl, Therapeutenqualifikation)
  • Medizinische Trainingstherapie
  • Physikalische Therapie
  • Ergotherapie
  • Ernährungsberatung
  • Klinische Psychologie/Neuropsychologie
  • Ggf. Innere Medizin (bei begleitenden kardiopulmonalen Beschwerden)
  • Kooperation mit/Möglichkeit zu:
    • Schluckdiagnostik/-therapie; Logopädie
    • Orthopädietechnik und Hilfsmittelberatung
    • Neurophysiologischer Diagnostik
    • Pneumologische Basisdiagnostik (Blutgasanalyse, Spirometrie, Schlafapnoe-Screening)

Prozessqualität:

Die Aufrechterhaltung einer optimalen Prozessqualität erfordert die Berücksichtigung der individuellen Situation des einzelnen Betroffenen. Therapiezeiten von 120 - 150 min pro Tag können häufig aus medizinischer Indikation nicht überschritten werden.

Ergänzend sollten ausreichende Ruhezeiten, eine gleichmäßige Verteilung der Therapien über den Tagesablauf sowie zusätzlich Diätberatung und ggf. psychotherapeutisch begleitende Behandlungen, wie z. B. Erarbeitung von Copingstrategien, gewährleistet sein.

Qualifikation des ärztlichen/ therapeutischen Personals:

Der/Die Chefarzt/-ärztin der Abteilung muss über die Anerkennung als Facharzt für Neurologie, als Nervenarzt oder als Facharzt für Orthopädie verfügen. Die Leitenden Ärzte müssen nachweislich ausgewiesene Spezialkenntnisse auf dem Gebiet der Diagnostik und Therapie von neuromuskulären Erkrankungen bzw. von muskuloskelettalen Erkrankungen aufweisen. Diese müssen deutlich über den Standard fachärztlich neurologischen/orthopädischen Fachwissens hinausgehen. Die Ärztlichen Leiter/innen müssen mit neuen Erkenntnissen in Epidemiologie, Krankheitsursache, Diagnostik und Therapie mit dem aktuellen Stand der Wissenschaft vertraut sein. Es sollen darüber hinaus Erfahrungen in rehabilitativer Medizin, auf dem Gebiet neuromuskulär bzw. muskuloskelettal verursachter Bewegungsstörungen vorliegen. Die genannten Leiter sollen sich aktiv als Referenten an internen und externen Fortbildungsveranstaltungen beteiligen.

Das Pflegepersonal mit Fachqualifikation Krankenpflege muss in ausreichender Anzahl vorhanden sein (angemessener Stellenschlüssel). Das Pflegepersonal soll mit den spezifischen Erfordernissen von Patienten mit Spätfolgen nach Poliomyelitis und Postpoliosyndromen vertraut sein. Ausreichende personelle und apparative Kapazität zur Unterstützung von Transfers und Mobilität muss vorhanden sein.

Die Leitung der Krankengymnastik soll über eine abgeschlossene Zusatzausbildung in einer neurophysiologisch orientierten Behandlungstechnik (z. B. Bobath, PNF, Vojta) und einer peripher ansetzenden Behandlungstechnik (z. B. manuelle Therapie, Maidland) verfügen. Die Behandlung erfolgt durch entsprechend qualifizierte Therapeuten, die ein bis zweimal jährlich an einer speziellen Fortbildung teilnehmen. Aufgrund der Erfordernisse der Erkrankung ist die kontinuierliche Therapie durch den gleichen Therapeuten die Regel.

Die Abteilung Rehabilitationssport/ Med. Trainingstherapie wird von einem Rehabilitationssportlehrer geleitet, die Therapien werden von diesem begleitet.

Das interne Fortbildungsangebot für Ärzte und Therapeuten der Klinik berücksichtigt nachweislich theoretisch und praktisch die wissenschaftlichen Empfehlungen zur Therapie von Spätfolgen nach Poliomyelitis. Darüber hinaus sollen regelmäßige Patientenseminare stattfinden.

In den Kliniken ist ein Dienst für klinische Psychologie/ Neuropsychologie vorzuhalten. Der psychologische Dienst muss ebenso wie die anderen therapeutischen Bereiche über einschlägige Fach- und Spezialkenntnisse sowie eine entsprechende Aus- und Weiterbildung verfügen.

Eine enge Kooperation mit ärztlichen Fachverbänden und Patienten-Selbsthilfeorganisationen (Bundesverband Poliomyelitis e.V.) ist wünschenswert.

Die Anerkennung der Klinik als vom Bundesverband empfohlene Fachklinik kann nach Prüfung der Kriterien durch eine Kommission des Bundesverbandes und des Medizinisch-Wissenschaftlichen Beirates ausgesprochen werden.

Die Anerkennung wird für die Dauer von drei Jahren vergeben, sofern sich wesentliche Voraussetzungen der Beurteilung nicht ändern.

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