Krankheitsverarbeitung und Krankheitsbewältigung
In den frühen Stadien der Erkrankung, in denen entweder die Diagnose neu gestellt wird oder teilweise erhebliche Funktionseinschränkungen auftreten, werden die Patienten mit einer Fülle von Fragen und Problemen konfrontiert, die eine kompetente Auseinandersetzung mit der Erkrankung notwendig machen. Gerade in dieser Phase der Erkrankung ist es notwendig, umfassend über die Erkrankung und deren Behandlungsmöglichkeiten zu informieren, aber auch frühzeitig Strategien zur Verbesserung der Krankheitsbewältigung zu vermitteln.
Ziele
- Stärkung der Eigenverantwortung
- Informationsvermittlung
- Vermittlung von Strategien zur Krankheitsbewältigung
- Vorbeugung somatischer und psychischer Komplikationen (Depressionen)
- Verbesserung der Compliance
- Vermeidung inadäquater Berentung ("Panikberentung")
- Erhalt der Lebensqualität
- Entlastung der Angehörigen
Maßnahmen
- REMUS-Programm ("Ressourcen aktivieren, Eigenverantwortung stärken - ein interaktives Selbstmanagement-Programm für junge und neu erkrankte MS-Patienten")
- Cortison-Schulung zur partizipativen Entscheidungsfindung
Art der Durchführung
Das REMUS-Programm richtet sich an Patienten, die sich akut mit der Erkrankung MS auseinandersetzen wollen oder müssen, also solche, bei denen die Diagnose "MS" gerade erst gestellt wurde oder die zum ersten Mal bewusst krankheitsbedingte Verluste oder Einbussen an Fähigkeiten erleben. Damit sind bei diesen Patienten neue Anpassungsvorgänge und die Auseinandersetzung mit der Krankheit und den nachfolgenden funktionellen Einschränkungen unumgänglich geworden. Das Alter sollte zwischen 18 und 50 Jahren liegen. Ausschlusskriterien sind mangelnde Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit, schwere Depressionen, Psychosen und schwere kognitive Defizite. Die Therapiedisposition verplant neben dem störungsspezifischen Rehabilitationsprogramm das dreiwöchige Zusatzprogramm mit 12 Wochenstunden nach ärztlicher Anordnung auf dem Therapieverordnungsbogen. Das Programm findet kontinuierlich statt, die Wirksamkeit wird wissenschaftlich evaluiert.



